Immergrüne Gärten – Heiterkeit im Winter

Grüner Garten

Immergrüne Gehölze und Stauden kamen ungefähr um 1870 in Mode. Man wollte mit dieser Art der Gartengestaltung der Tristesse des Winters etwas entgegensetzen. Beliebt waren Lebensbäume, Scheinzypressen und immergrüne Rhododendren.

Letztere mussten allerdings erst zu frostharten Gehölzen gezüchtet werden. Für seine Rhododendren-Züchter bekannt war damals beispielsweise die sächsische Baumschule Seidel, die in kürzester Zeit viele viele neue Sorten dieser Pflanzengruppen zum Verkauf brachte. Das Wintergrün der neuen Pflanzenwelt wurde immer beliebter und man sah darin auch gewisserart einen Triumph über die karge heimische Flora.
Doch die Zeiten ändern sich, und spätestens ab den 1970er Jahren waren diese meist fremdländischen Pflanzenarten im Garten verpönt. Die heimische Pflanzenwelt wurde wieder betont und für wertvoll gehalten und fand wieder vermehrt Einzug in die Grünanlagen der Städte, in Parks und auf Friedhöfe.
Der Natur- und Ökogarten war erfunden, und er mag auch seine Berechtigung haben.
Trotzdem finden immergrüne Gärten immer wieder ihre Liebhaber. Und auch ich muss sagen: wenn ich im Winter im Wohnzimmer sitze und über die Terrasse in einen tristen Garten schaue, dann lob ich mir doch die immergrüne Pflanzenwelt. Denn freundliches Grün stimmt uns nun mal fröhlicher als Grau. Der Immergrüne Garten ist also ein gute Idee.

Gartenkalender
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Phyllosachys aureosulcata 'Aureocaulis'Phyllosachys aureosulcata 'Aureocaulis'Allerdings sollten wir bedenken, dass es zwischen den verschiedenen Farbvarianten des Grün sehr große Unterschiede gibt. So manches Grün, etwa das des Lebensbaumes (Thuja), welches im Sommer frisch aussieht, wirkt im winterlichen Sonnenlicht fast schwarz. Damit wäre also nicht viel gewonnen. Wir sollten besser gelbgrüne Konifernsorten wählen. Noch besser wäre der Einsatz von Bambus in der Gestaltung wintergrüner Gärten. Nicht nur die hellgrüne Farbe dieses Riesengrases wirkt heiter, sondern auch der ganze Habitus einer Bambuspflanze. (kleines Bambusgärtchen anlegen)
Aber nicht nur Bambus wäre eine Bereicherung, sondern auch die Fülle vieler neuer wintergrüner Staudensorten und Bodendecker. Ich denke da an Pachysandra, Heuchera, Bergenien, Waldsteinia, Tellima, Ophiopogon, Luzula und Euonymus, was sicher nur eine kleine Auswahl ist.

Wenn ich oben das Beispiel der Naturgärten erwähnte und auf der anderen Seite die Kunstgärten aus Immergrünen, so muss das nicht unbedingt ein Gegensatz sein.

Immergrüne Pflanzen sind in unserer heimischen Natur tatsächlich seltener anzutreffen als Laubgehölze und sommergrüne Stauden. Pflanzt man nun zu viele dieser Immergrünen in die Landschaft, dann wirkt eine solche Gestaltung tatsächlich unnatürlich. Denn in der Gartengestaltung gibt es einen Grundsatz, der besagt: hochgezüchtete Pflanzen und Exoten werden in die Nähe des Hauses gepflanzt (da hat die domestizierte Natur ihren Platz) und je weiter wir in den Garten hinaus gehen, um so mehr sollten wir heimischen Pflanzenarten Platz machen.

Pflanze also immergrüne Gräser, Bambus, Stauden und Gehölze nahe ans Haus, vielleicht sogar in einem kleinen separaten immergrünen Gärtchen.

Übrigens: Viele der Immergrünen vertragen sehr gut Schatten und Halbschatten. So könnte für diese Gartenidee vielleicht auch ein bisher ungenutzter Platz nutzbar gemacht werden.

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