Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) – Verwendung und wichtige Pflegetipps

Purpur-Sonnenhut Echinacea purpurea

Der Purpur-Sonnenhut ist eine wunderschöne Rabattenblume des beginnenden Hochsommers. Die Blüten der Zierstaude durchlaufen eine interessante Metamorphose , was die folgenden Bilder zeigen werden. Und der Flor besitzt einen merkwürdigen mediterranen Schimmer kühler Patinafarben. Er wandelt sich noch einmal von der verwelkten Blume im September hin zur Optik einer Distelblüte. In den Gärten finden wir diese winterharte Staude seltener. Der Grund hierfür ist, dass sich die Pflanzen oft auf die Dauer nicht halten. Nicht jeder Standort behagt ihr und so verschwindet diese Blume mit ihrem sommerlichen Flair plötzlich wieder aus dem Garten – doch ein Versuch sollte es Wert sein, diese Variante des Sonnenhutes zu pflanzen.

Botanik

Der Purpur-Sonnenhut Echinacea purpurea ist eine Art der Gattung der Echinacea (Scheinsonnenhüte) an. Echinacea sind ein Tribus, also eine "Unter-Unterfamilie" der Heliantheae und diese sind wiederum eine Unterfamilie der Asteroideae. Die Asteroideae fügen sich in die Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae) und diese fügen in die Ordnung der Asternartigen (Asterales). Der Pflanzenname Echinacea bezieht sich auf das lateinische Wort echináceus, was die Bedeutung von stachelig oder igelborstig hat. So gibt es für Echinacea neben dem deutschen Namen Scheinsonnenhut auch den Namen Igelkopf. Tatsächlich ist die Art auch eng mit dem bekannteren Sonnenhut (Rudbeckia) unserer Ziergärten verwandt, nur ist Echinacea eine andere Gattung der Heliantheae und teilt sich in der botanischen Klassifizierung sehr spät von der gemeinsamen Pflanzenverwandschaft. Echinacea stammt, wie die anderen Sonnenhut-Arten, aus Nordamerika. Die Ureinwohner nutzten das Gewächs als Heilpflanze gegen Halsentzündungen.

Verwendung im Garten, Standort und Pflege

Die Heimat der etwa ein Meter hohen Staude ist die Prärie, wo sie mit tief gehenden Pfahlwurzeln auch gut Trockenperioden übersteht. Tatsächlich passt diese Blume von der Optik kaum in gewöhnliche Rabatten hinein, doch in Prärie-Stauden-Pflanzungen oder in den Pflanzungen von Trockengärten mag sie ein Muss sein. Hier gehört sie hin, was etliche der hier gezeigten Fotos beweisen.

Echinacea purpurea Purpur SonnenhutZwischen Zierlauch entfalten sich die Blüten Ende Juli. Sie brechen nicht auf, sondern sind geöffnet und entwickeln so ihre Zungenblüten.

Wie es das nächste Foto beweist, so sind die Pflanzen auch sichere Schmetterlingsmagneten und machen unseren Garten auf ihre Art und Weise lebendig. Auch Bienen, Hummeln und andere Insekten werden vom Purpur-Sonnenhut angezogen.

Echinacea purpurea schmetterlingsmagetSchmetterlinge fühlen sich hier wohl!

Die Staude will in voller Sonne stehen. Der Boden sollte kalkhaltig sein und keine stagnierende Nässe aufweisen – also eher zu trocken, als zu nass sein – aber auch reichlich Humus aufweisen. Im Garten haben wir eher selten solche Plätze und das mag ein Grund für das allmähliche Verschwinden der Staude sein (was eingangs bereits erwähnt wurde).

Pflege

Eigentlich ist es schön, wenn wir die Blütenstände nach dem Verblühen stehen lassen. Ohne Blütenblätter sehen die verbliebenen Igelköpfe, die wohl auch an Disteln erinnern, noch lange Zeit sehr zierend aus.

Echinacea purpurea verblühtDie verblühen Blütenstände sind immer noch zierend, doch sie sollten sofort entfernt werden.

Doch manche Gärtner lassen es nicht so weit kommen. Sie schneiden die Blütenstände sofort nach der Blüte bis kurz über den Boden zurück, damit sich die Stauden weiter bestocken. Es ist nämlich durchaus möglich, dass der Purpur-Sonnenhut sich mit der Ausbildung der Samen so sehr erschöpft, dass er als winterhart Staude zwar weiter überlebt, doch unter unseren mitteleuropäischen nassen Wintern dann doch irgendwann abstirbt. Wird mit dem Rückschnitt jedoch die Samenbildung unterbunden, so bleiben die Stauden kräftig und können ab und an sogar durch Teilung vermehrt werden. Ein ähnliches Verhalten von Pflanzen kennen wir beispielsweise auch von unseren Narzissen, die auf ähnliche Art und Weise nach der Pflanzung aus dem Garten mit einem Male still und leise verschwunden sind.

SonnenhutEine weiße Sorte von Echinacea purpurea im lichten Halbschatten. Dahinter echter Goldsturm-Sonnenhut.

Ein "heißer" Tipp ist das Düngen mit Holzasche. Dies entspricht der natürlichen Düngung in der Prärie, wo Flächenfeuer nichts seltenes sind. Auf diese Weise werden dort von Natur her die abgestorbenen Blütenstängel halt durch das Feuer zurückgesetzt und bekommen durch die Aschereste eine Kalk- und Kalidüngung.