Selbstreinigender Beton – Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten

Betonpflaster mit Lotuseffekt

Der Lotus ist eine faszinierende Pflanzenart. Wegen seiner speziellen Oberflächenbeschaffenheit perlen Wasser und Verschmutzungen einfach an ihm ab. Heute macht man sich dieses Prinzip in vielen Bereichen zunutze. Neben der Textilindustrie ist hier vor allem das Baugewerbe zu nennen. Moderne Betonmischungen sind so zusammengestellt, dass sich Verschmutzungen nicht daran festsetzen können. Damit entfallen weitaus weniger Kosten auf die Pflege und die Instandsetzung. Überdies spart man Zeit und tut auch noch etwas für die Umwelt.

Wie funktioniert selbstreinigender Beton?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Beton schmutzabweisend herzustellen. Entweder macht man die Oberfläche stark wasserabweisend (superhydrophob) oder stark wasseranziehend (superhydrophyl). Besonders letztere Variante eröffnet Bauherren interessante Möglichkeiten. Man kann damit nicht nur von einem geringeren Pflegeaufwand profitieren, sondern auch noch die Umwelt schonen. Die Luft rund um das Gebäude ist sauberer und durch den Abbau von Stickoxiden weniger gesundheitsschädlich. Alles was es braucht, um die Wirkung des im Beton enthaltenen Titandioxids zu entfalten, ist ein wenig Sonnenlicht.

Genau diese Pflegeleichtigkeit ist es auch, die den speziellen Beton für Terrassenbesitzer interessant macht. Sie müssen lediglich den Regen abwarten und schon erstrahlt die Steinfläche in neuem Glanz. Natürlich bietet auch eine Terrasse aus Holz zahlreiche Vorteile. Hier muss man allerdings sicherstellen, dass für die Belüftung des Materials gesorgt ist. Was man dabei beachten muss, erfährt man in diesem informativen Artikel.

Die Vorteile von superhydrophilen Oberflächen

Die stark wasseranziehenden Oberflächen sind von einer feinen noppenartigen Struktur überzogen. Da Schmutzpartikel größer als die Noppen sind, setzen sie sich auf den Spitzen ab. Da sie dort nur eine sehr geringe Haftung haben, können sie beim Abspritzen mit Wasser leicht abgespült werden. Überdies sind die Oberflächen mit photokatalytisch aktiven Metalloxiden versetzt. Diese entfalten unter Lichteinfluss eine schadstoffzersetzende Wirkung. Bislang werden Beschichtungen aus Materialien wie Titandioxid zur Entgiftung von verunreinigtem Wasser genutzt. Gesundheitsgefährdende Substanzen wie Stickoxide werden dabei in ungefährliches Nitrat umgewandelt.

Die superhydrophilen Flächen funktionieren dabei nach einem einfachen Prinzip. Tau und Regenwasser verteilen sich besonders gut auf der Oberfläche und in den Poren des Betons. Dadurch werden organische Substanzen und Schmutzpartikel unterspült. Beim nächsten Niederschlag werden sie dann einfach abgewaschen.

Photokatalyse zur Reinigung von Betonflächen nutzen

Wer ein Grundstück mit großen Betonflächen besitzt, kennt das Problem. Verunreinigungen können oftmals nur mit großem Energieaufwand und meistens auch nur unzureichend entfernt werden. Hier bieten photokatalytisch aktive Substanzen große Potenziale. Zum Auftragen der Substanzen kann man folgende Verfahren nutzen:

  • Aufsprühen
  • Eintauchen des Betons in ein Bad
  • Auftragen eines Gels
  • In-Masse-Verarbeitung

Die ersten drei Verfahren weisen einen großen Nachteil auf. Sie sind nicht besonders widerstandsfähig gegenüber mechanischen Belastungen. Deshalb geht man heute vermehrt dazu über, die photokatalytisch aktiven Substanzen direkt in den Beton einzumischen. Der größte Vorteil besteht hierbei darin, dass die unteren Schichten genug photokatalytische Substanz enthalten, um auch bei einer Zerstörung der oberen Schicht noch reinigend zu wirken. Mit STEAG Photoment bekommt man eine leistungsstarke Lösung geboten, die genau nach diesem Prinzip arbeitet.

Bessere Luftqualität dank Photokatalyse

Vor allem Grundstücksbesitzer profitieren von den Vorteilen, wenn sie selbstreinigenden Beton nutzen. Die photokatalytischen Prozesse verhindern nämlich, dass Algen, Moose, Flechten und andere organische Substanzen sich in den Zwischenräumen zwischen den Betonflächen ausbreiten. Dadurch hat man später weniger Arbeit. Man muss nicht erst das ganze Unkraut entfernen. Überdies tragen Flächen mit photokatalytischen Beschichtungen zur Reinigung der Luft bei.

Ein Faktor, der dabei eine wichtige Rolle spielt, ist das Sonnenlicht. Wenn es auf die Flächen trifft, die mit Titandioxid oder ähnlichen Beschichtungen versehen sind, kommt es zur photokatalytischen Reaktion. Einzelne Elektronen lösen sich aus ihrem festen Verband und hinterlassen Lücken. An diesen Stellen können sich die gefährlichen Stickoxide anlagern. Es kommt zur Oxidation und zur Entstehung von Salzen, die mit dem nächsten Regen einfach weggewaschen werden. Diese Funktionsweise bringt einige Vorteile mit sich:

  • weniger Ozon wird gebildet
  • Smog wird abgebaut
  • Atembeschwerden und Kopfschmerzen werden verringert
  • die ästhetische Qualität des Baustoffs bleibt länger gewahrt

Weiterführende Informationen zum Thema findet man auch in dieser kurzen Zusammenfassung von malerblatt.de. Auch hier spielt die Photokatalyse eine wichtige Rolle, da man damit die Innenwände von Häusern vor Verschmutzung schützen kann.