Gartenhaus streichen: Schritt für Schritt zum neuen Anstrich

Gartenhäuser mit Anstrich

Das Gartenhaus bietet viel Grund zur Freude, aber man sollte dabei die Holzpflege nicht vergessen. Der Fokus liegt hier auf dem Anstrich, der sowohl nach dem Aufbau als auch regelmäßig zur Wartung und Pflege ansteht. Aber wie streicht man das Gartenhaus richtig? Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung mit wichtigen Tipps hilft.

Schritt 1: Wichtige Vorüberlegungen

Bevor es mit dem Streichen losgeht, sollte man sich diverse Gedanken machen. Natürlich geht es darum, welche Farbe man wählt, aber auch die Wahl zwischen Lack und Lasur und deren verschiedene Arten spielt eine Rolle. Zudem ist es ratsam, sich darüber zu informieren, ob das Holz bereits vorbehandelt wurde. Wer sich auf einen Fertigbausatz verlässt, statt das Gartenhaus selbst zu bauen, der wird in der Regel Holz vorfinden, das schon imprägniert wurde. Des Weiteren ist es entscheidend, welche Holzart zum Einsatz kommt. Naturholz muss besonders sorgfältig gepflegt werden. Der "lebendige Baustoff" bringt je nach Baumart gewisse Eigenschaften wie die Maserung und die Witterungsbeständigkeit mit. Das wirkt sich auf den Anstrich aus.

Schritt 2: Materialliste

Sobald man weiß, was genau zu tun ist, geht es an den Einkauf von Farbe und anderen Produkten und an das Bereitstellen des benötigten Handwerkszeugs. Folgende Werkzeuge und Hilfsmittel werden benötigt:

  • Pinsel (weich, flach und breit)
  • Sandpapier zum Schmirgeln (alternativ Schleifmaschine)
  • Reinigungsutensilien wie Bürste und Besen
  • Putzlappen
  • Handschuhe und Schutzkleidung sowie Atemschutzmaske
  • eventuell Leiter für Zugang zum Dach
  • Gartenschlauch (wenn man das Gartenhaus mit Wasser abspritzt)

Nicht vergessen sollte man Material wie Folie oder Zeitungspapier, um den Boden rund um das Gartenhaus abzudecken, denn so sickert keine Farbe ins Erdreich.

Schritt 3: die Reinigung

Vor dem Anstrich muss das Gartenhaus vorbereitet werden. Handelt es sich um den Erstanstrich, ist der Aufwand gering, denn es gibt höchstens Staub und Schmutz von den Bauarbeiten bzw. dem Aufstellen zu entfernen. Will man hingegen im Zuge des jährlichen Frühjahrsputzes oder der Renovierung das Gartenhaus streichen, ist eine gründliche Reinigung das A und O. Fegen und Bürsten reicht in den meisten Fällen aus, wobei der alte, in Mitleidenschaft gezogene Anstrich anschließend mit Schmirgelpapier von mittlerer Körnung abgeschliffen wird. Hat man es mit vergrautem Holz zu tun, dessen Oberschicht durch UV-Strahlen beschädigt wurde und nicht mehr tragfähig ist, dann ist so lange zu schleifen, bis man die gesunde Holzschicht freigelegt hat. Der entstandene Schleifstaub wird beseitigt. Hat man die Außenwände feucht abgewischt, braucht das Holz Zeit zum Trocknen, bevor mit dem Streichen begonnen werden darf.

Schritt 4: Imprägnierung / Grundierung

Handelt es sich um ein Gartenhaus aus dem Holz der Gruppe A (beispielsweise Fichte, Eiche, Kiefer, Douglasie, Lärche, Tanne), ist die Imprägnierung der wichtigste Arbeitsschritt vor dem Anstrich. Diese Lasur schützt das Holz vor Bläue, Schimmel, Fäulnis und Pilzbefall. Man trägt das Holzschutzmittel in zwei Schichten in Holzmaserrichtung auf. Zwischen den Anstrichen sollte die auf der Verpackung angegebene Trocknungszeit beachtet werden. Der sogenannte Holzgrund ist in der Regel wässrig und bietet nicht nur Schutz gegen Bläuepilze, sondern sorgt auch dafür, dass der Anstrich besser haftet.

Schritt 5: Gartenhaus streichen

Handelt es sich um ein neu aufgestelltes oder selbst gebautes Gartenhaus, beginnt man nach der Grundierung mit dem Anstrich der Innenwände.

Die Wände machen den Anfang, dann folgt die Decke und zu guter Letzt der Boden. Im Inneren bietet sich eine herkömmliche Wandfarbe an. Manche verzichten komplett auf einen Anstrich und freuen sich über den natürlichen, rustikalen Look der Holzwände.

Der nächste Schritt umfasst das Streichen der Außenwände mit der Wetterschutzfarbe. Zuvor wird gewartet, bis die zwei Grundierungsschichten getrocknet sind. Dies kann einige Stunden dauern. Wichtig ist die Verwendung eines breiten, flachen, weichen Pinsels, damit die Farbe gut in die Fugen einzieht.

Ist der Erstanstrich nach zwei bis drei Stunden getrocknet, trägt man die zweite Schicht an Farbe auf. Das erhöht den Wetterschutz und verstärkt den gleichmäßigen, kräftigen Farbeindruck.

Nach der zweiten Beschichtung widmet man sich den Details wie der Dachgegend. Manche Gartenhausbesitzer setzen bei den Dachgiebeln auf einen anderen Farbton, um einen optischen Akzent zu setzen. Das bietet sich z. B. beim Schwedenhaus an, denn skandinavische Gartenhäuser setzen auf die ins Auge fallende Kombination aus Rot und Weiß. Andere wollen Leben ins Geschehen bringen und tragen ein buntes Muster mit dem Endanstrich auf.

Tipps zum Gartenhaus-Anstrich

Nach dem erstmaligen Anstrich kehrt erst einmal Ruhe ein. Wer einen Lack statt einer Lasur gewählt hat, kann zwischen dem Nachstreichen bis zu zwei Jahre vergehen lassen, denn die dicke, witterungsbeständige Farbschicht hält länger. Bei Lasuren oder bei besonders anspruchsvollem Holz oder schlechtem Wetter ist einmal im Jahr im Frühjahr der Zeitpunkt für die Holzpflege gekommen. Die selben Arbeitsschritte wie beim Erstanstrich stehen an: Erst zweimal mit Holzschutz-Lasur grundieren und dann zweimal mit Wetterschutzfarbe lackieren. Ist das Holz sehr dunkel oder deckt die Farbe nicht so gut, sind drei Anstriche besser als zwei.

Entscheidet man sich für ein weiß gestrichenes Gartenhäuschen, empfiehlt es sich, wenn man einen Voranstrich wie "Isoliergrund weiß" verwendet, da sonst die Farbe und Maserung durchscheinen kann. Dasselbe gilt für andere Endanstriche in hellen Farben wie Hellblau oder Gelb. Allgemein bringen offenporige Farben die besten Ergebnisse. Wer auf ein ökologisches Gartenhaus aus Holz setzt und umweltbewusst handeln möchte, ist mit Farben auf Wasserbasis oder mit Acrylatsystemen gut bedient.

Statt mit einem Pinsel zu streichen und eventuell später lästige Streifen zu erkennen, lohnt sich die Verwendung einer Schaumstoffrolle für den gleichmäßigen Farbauftrag. Man sollte darauf achten, dass keine Farbe abtropft, aber die gesamte Rolle bedeckt ist. Um Pinsel kommt man jedoch nicht herum, wenn es um Fugen, Ecken und schwer zugängliche Bereiche geht.

Text und Bildquelle: © Gartenhaus GmbH – gartenhaus-gmbh.de
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