Frei stehender Bauerngarten

Wenn du auf der Suche nach Gestaltungsideen für einen Bauerngarten bist, ist es erst einmal interessant, wie eine solche Anlage ursprünglich aussah und auf welche Details es bei der Gestaltung ankommt, wenn du authentisch bleiben willst. Das ist wichtig, denn sonst bleibt alles nur Dekoration und Nachahmung. Die Besonderheit dieser oft wunderschönen ländlichen Gärten ist, dass sie trotz aller gestalterischer Einheit sehr vielfältig und individuell sind. Viele kleine Besonderheiten machen die Anpflanzung zu einem Unikat.

Rosen am GartenzaunRosen am Zaun. Man kann durchaus das Bauerngärtchen mit einem Rosengarten kombinieren.Der Bauerngarten war im Ursprung selten direkt am oder um das Wohnhaus herum angelegt. Er befand sich eher auf einem Stück Ackerland, separat umzäunt oder ummauert, welches der Landwirt rein funktional gliederte. Befand sich der Küchengarten direkt im Hof oder am Haus, wurde er auch hier mit einer hölzernen Umzäunung versehen, weil Hühner und Enten vom Gemüse ferngehalten werden mussten. Diese Grundidee kann man auch ohne Federvieh noch heute umsetzen, indem wir uns am Haus einen "Garten im Garten" schaffen.

Das Besondere an dieser Idee ist, dass auch geringer Platz rentabel genutzt werden kann. Man denke nur, wie viele Möglichkeiten der Bepflanzung mit schönen und nützlichen Rankpflanzen (Kletterrosen, Staudenwicken, Brombeeren usw.) so ein Holzlattenzaun bietet.

Obstbäume standen nicht im Garten

Obstbäume standen auf dem Lande außerhalb des Gartens frei auf der Wiese (Streuobstwiese). Nutzgehölze wie Korbweide (für Körbe und andere geflochtene Produkte) und Hasel (für Werkzeugstiele) pflanzten die Bauern an Feldraine und Bachläufe. Natürlich gab es auch Ausnahmen, doch in diesen ursprünglichen Küchengärten, die der weitgehenden Selbstversorgung dienten (denn unsere Altvorderen hatten keine Supermärkte zur Verfügung), baute man vorzugsweise Kräuter und Gemüse an. Obstbäume und -sträucher beeinträchtigen jedoch fast immer das Wachstum auf den Gemüsebeeten.

Wer also überwiegend Obst und Beerenobst anbauen möchte, dem rate ich, statt eines separaten Kräuter- und Gemüsegartens ein spezielles Beerenobst-Gärtchen anzulegen. 

Mit Buchsbaumhecken oder traditionellem Reihenanbau?

Wer ein Bauerngärtchen haben möchte, der muss sich nicht unbedingt verpflichtet fühlen, dieses mit Buchsbaumhecken einzufassen. Diese klassischen Anlagen können nämlich in zwei Varianten gestaltet werden. Die eine Variante ist natürlich die klassische Vier-Teilung mit der typischen Buchs-Einfassung. Wobei ich an die fast vergessene Beeteinfassung mit Germander (Teucrium chamaedrys, Edelgermander; immergrün) erinnern möchte. Wer Buchsbaum nicht mag, kann also darauf ausweichen.

Die andere Variante der Gliederung ist die Anlage von durchgehenden Reihen. Mit dieser Methode kann man auch heute noch Kräuter und Gemüse viel einfacher in Mischkultur und Fruchtfolgewechsel anbauen, als mit den 4 Beeten. Beim Reihen-Anbau rückt man nämlich einfach mit der jeweiligen Gemüseart in der Reihe nur ein Stück weiter und bekommt so keine Bodenmüdigkeit. Bei dieser Methode wird jedes Jahr auch die ganze Fläche umgegraben. Das hat wiederum den Vorteil, dass jährlich die schmalen Zwischenwege neu angelegt werden und so viel weniger verunkrauten, als das bei dauerhaften Gartenwegen der Fall ist.
Wenn du also deinen kleinen Bauerngarten effektiv für die Selbstversorgung nutzen möchtest, so lass die Buchsbaumhecken weg und du hast trotzdem eine authentische Anlage.

Nutzgarten
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