Festuca cinerea, Blauschwingel Sorten und andere Arten

Festuca cinera Silberreiher Blauschwingel niedrige Ziergrashorste

Zunächst kannst du an diesem Bildbeispiel sehen, dass eine Gartengestaltung professioneller aussieht, wenn möglichst nur eine oder wenige Pflanzenarten zum Einsatz kommen. Hier kommt das Auge eher zur Ruhe und man könnte in solch eine Fläche dann durchaus einen Kontrapunkt setzten, etwa in Form einer besonderen Einzelstaude, eines Gehölzes oder einer Plastik.

Ich will mal bei diesem Beispiel bleiben: Man könnte die bodendeckende Bepflanzung aus Festuca cinerea auch noch mit einer zweiten Staudenart bereichern, ohne die optisch ruhige Struktur zu stören. Die beste Kombination ist mit den immergrünen Iberis saxatalis oder Iberis sempervirens (niedrige Zwergsorten: 'Zwergschneeflocke', oder 'Weißer Zwerg' ).

Neben bodenbedeckenden Pflanzungen im Garten oder in städtischen Rabatten verwendet man das Ziergras gern in Stein-, Trocken- und Heidegärten sowie zur Befestigung kleiner und nicht zu steiler Böschungen.
In Pflanzschalen gemeinsam mit anderen Stauden macht sich die Erneuerung der Erde aller zwei Jahre erforderlich, denn die Wurzeln der Gräser verdrängen leicht die Pflanzennachbarn, und sie machen den Boden arm. Nach meinen Erfahrungen eignen sie sich also nicht für Dauerpflanzungen.

Eigenschaften und Pflege, Pflanzabstand

Die für Gartengestaltung, Gräber und für Pflanzkübel gern gekauften niedrigen Ziergräser sind winterhart und anspruchslos. In der Natur (Alpen) wächst Festuca cinerea auf nährstoffarmen, sonnigen Hängen. Im Garten gedeihen sie in der Sonne und auch im Halbschatten, jedoch kann dort die Farbintensität der blauen Sorten nachlassen. Es ergibt sich aus den natürlichen Standortverhältnissen (magerer, sandiger, steinige Boden), dass die Blauschwingel in den ersten 3 bis 4 Jahren nicht gedüngt werden sollten. Wird zu viel gedüngt oder ist der Boden zu fett, dann werden die Horste "feist und sehen dann aufgeschwemmt aus, auch wirken die Büsche liederlich". *

Nutzgarten
Nutzgarten
Nutzgarten
Nutzgarten

Blauschwingel-Gräser bilden schöne, dichte Horste und sie wuchern nicht in die Breite. Wie eingangs schon erwähnt, bringt es kein schönes Bild, sie als Solitärpflanzen zu setzen, sondern man pflanzt sie in Gruppen oder bodendeckend.

Der Pflanzabstand sollte etwa 30 cm betragen, das sind 11 Stück pro m². In Kombination mit der Iberis-Staude wähle man den Abstand weiter aber nicht zu regelmäßig, sondern mehr in Gruppen zu drei oder fünf.

Den Blauschwingel kannst du selber durch Teilung im Frühjahr vermehren. Die Setzlinge werden dann in mageren Boden gepflanzt und sind im Herbst für den Gärtner verkaufsstark. Der Hobbygärtner verpflanzt sie auf den endgültigen Standort besser erst im folgenden Frühling 

Festuca cinerea – Sorten

  • 'Azurit' – grünblau; etwas höhere Sorte und 20 cm hoch
  • 'Glauca' – farbintensiver Blauschwingel, 25 cm
  • 'Elijah Blue' (Hybrid) – 15 bis 25 cm; eigenartige, wie in Paraffin getauchte Blätter; schöne gelbbraune Blütenstände
  • 'Frühlingsblau' – 20 cm; sehr reines Blau
  • 'Silberreiher'  – 15 cm; alte bewährte Sorte (Karl Foerster)
  • 'Uchte' – ähnlich der Sorte 'Silberreiher'
  • 'Zwergenkönig'  – 10 cm; Zwerg-Blau-Schwingel

Es gibt noch andere Festuca-Arten zu kaufen:

  • amethystina, Regenbogen-Schwingel – höher und etwas graziler, als die oben beschriebene Art; das Laub wächst mit der Zeit im Jahr überhängend; volle Sonne
  • mairei, Atlas-Schwingel  – elegante Gräserhorste; 60 bis 199 cm hoch; zur Einzelpflanzung, Leitpflanzung geeignet
  • gautieri, Festuca scoparia, Bährenfellgras – interessanter polsterartig wachsender Schwingel; Bodendecker
  • ovina, Schaf-Schwingel – ähnlich der Cinera, doch die Wirkung ist mehr grasartig und die einzelnen Horste wirken nicht so streng
  • pumila, niedriger Schwingel – bildet kleine, runde Polster, die sich in der Folge ausbreiten; kalkliebend; mehr Liebhaberpflanzen für spezielle Steingärten 

Literatur & Quellen:

  • * Christian Grunert: Gartenblumen von A-Z, Radebeul 1972.
  • Karl Foerster: Der Steingarten der sieben Jahreszeiten, Leipzig, Radebeul 1981.