
Urige Sichtschutzpalisaden aus Holz
Die interessantesten Beobachtungen macht man sicher im Urlaub und diese beiden Fotos – in einem Ostseeurlaub gemacht – sind sicher die schönsten Sichtschutzelemete, die ich bisher fotografiert habe.
Die Besonderheit speziell diesen Palisaden, im Vergleich zu anderen Zaun- und Holzpalisaden ist, dass die einzelnen Stämme in der Stärke ein ganz klein wenig variieren.
Dadurch wirkt dieser, doch recht massiv errichtete Blickschutz, weder wuchtig noch monoton. Ich beobachte hier eher: verspielt und heiter.

In der Höhe sind die Palisadenstämme also unterschiedlich. Einige der Hölzer sind spitz und einige gerade gesägt.
So wirkt dieses Architekturelement im Garten nicht starr sondern lebendig.

Hier stimmt einfach alles. Das ist wirklich eine schöne Sichtschutz-Idee.
Auch hat man hier auf eine farbige Lasur verzichtet. Wind und Wetter haben hier ihre eigenen Farben gezeichnet. Dadurch wirkt die Palisadenwand nicht so aufdringlich sondern sehr natürlich.
Neben der Funktion als Sichtschutz geben die Holzpalisaden zugleich Windschutz. Die Grundstücke liegen beide in der Nähe des Ostseestrandes. Dort passen die Hölzer gut in das Landschaftsbild.
Der alte Trick mit dem Kontrast
Es ist durchaus ein uralter Trick der Gartenplanern bei ihren Gestaltungen auf Kontraste, wie hier zu setzen:
Auf der einen Seite haben wir das Wuchtige und Bedrohliche in einer Art "Verteidigungswall" vor uns – und dann doch wieder in einer eher heiteren Umsetzung.
Dieses Gegensatzprogramm bringt den nötigen Spannungsboden in die Gestaltung.
Anbieter für Rundholz
Es darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass es schwierig ist, solche Rundstämme (Buhnen Palisaden) zu beschaffen. Ich denke, dass man sicher am erfolgreichsten ist, wenn man sich direkt an einen Forstbetrieb wendet, der Kiefer oder Fichtenholz schlägt. Dann wäre natürlich noch die Frage der Trocknung zu klären. Wenn sich das Projekt am Ende sowieso etwas länger hinzieht, dann wäre auch noch die Möglichkeit der Verwendung der viel viel haltbareren Robinienstämme zu recherchieren.
Übrigens: Neue Holzbuhnen wie sie an der Nordsee oder Ostsee Verwendung finden sind sicher schwierig zu bekommen, zumal man dort neuerdings auf Eukalyptus-Holzstämme zurückgreift, weil der Schiffsbohrwurm die heimischen Holzstämme zu sehr schädigt.
Was bleibt
Hinter einer solchen Anlage steckt mehr als die Lösung eines praktischen Problems.
Sie zeigt, dass gelungene Gestaltung oft von leichten Unregelmäßigkeiten lebt. Von dem Mut, nicht alles gerade und gleich zu machen. Und von der Bereitschaft, dem Material und dem Wetter einen Teil der Arbeit zu überlassen.

Wer genau hinsieht, entdeckt im scheinbar Gewöhnlichen oft die eigentliche Ordnung der Dinge. Manchmal genügt dafür schon ein Zaun am Ostseestrand.
Weiterführendes im X-Artikel: "Heiter und bedrohlich. Urige Sichtschutz-Palisaden und die Ambivalenz der Ostsee." (T. Jacob, 3.8.2026)
[TJ.7.3] []Thomas Jacob · Erstveröffentlichung: 6.8.2012 · Überarbeitet: 3.8.2026
