
Pampasgras, das beliebte winterharte Ziergras – Pflege, Überwintern
Vorbemerkung
Das aus Südamerka stammende Amerikanische Pampasgras (Cortaderia selloana) [1] ist ein wunderschönes, je nach Sorte 150 bis 300 Zentimeter hohes Ziergras mit einer beeindruckenden Blüte im Herbst.
Pampasgras verträgt Trockenheit und steinige, steppenartige Böden jedoch keine Nässe und schweren Boden!

Von Cortaderia selloana werden nur die weiblichen Pflanzen im Garten verwendet (auch für Vasen geeignet), weil die männlichen Wedel nach dem Verstäuben des Pollens schnell unansehnlich werden.
Einführend muss auch erwähnt werden, dass dieses Gras nicht einfach zu kultivieren ist. Problematisch ist die Überwinterung. Ist das Mikroklima im Winter regelmäßig zu nass, gehen die Pflanzen ein. Dort bringt es dann auch nichts, sie ständig neu anzupflanzen. Andererseits gibt es Gärten, wo die wunderschönen Gräser förmlich wuchern.
Pampasgras, ist etwas für Liebhaber, für wärmere Gegenden und für den besonderen Platz im Garten, denn
es gibt nicht viele Pflanzen, die ihm an Größe und Schönheit gleichen. Freilich ist es schwierig zu verwenden, denn es weicht so sehr von allen unseren Gräsern ab, dass man es kaum zu ihnen setzen kann. Auch andere Stauden und Einjahresblumen passen nicht daneben. (C. Grunert [2])
Beachte noch:
Nicht ohne Grund wurde als Gattungsname Cortaderia gewählt, denn er leitet sich vom spanischen Wort cortar („schneiden“) ab und verweist auf die scharfkantigen Blattränder. Das Pampasgras hat ein sehr scharfes Laubwerk und man kann sich daran schlimm verletzten. Besonders Kinder sollten nicht mit ihm in Berührung kommen. Im Vorgarten stehen die Gräserhorste recht sicher, nicht aber in der Garten-Spielecke oder gar im Kindergarten.
Mit Pampasgras gestalten
Pampasgras kann eine schöne, zurückhaltenden Grundbepflanzung und zugleich ein transparenter Sichtschutz sein. Wird es in den Vorgarten gepflanzt, geht der Blick aus der Wohnung im Spätsommer und Herbst nicht gleich auf die Straße oder auf eine unschöne Ansicht, sondern fängt sich in den Blütenwedeln.
In der Dunkelheit ist ein Anstrahlen der Gräser mit Gartenscheinwerfern, die beispielsweise auch in den Boden eingelassen sein können, effektvoll. Die Gräser sollten nicht mit anderen Pflanzenarten gemischt stehen, sondern für sich. Wer mehrere Horste pflanzen möchte, der sollte möglichst auch nicht verschiedene Sorten des Grases wählen.
Die Massenblüte einer einzigen sorgfältig ausgewählten Sorte – in merhreren Exemplaren gepflanzt – bringt die besten Effekte. Ideal sind sie für große Gärten und öffentliche Anlagen, wo sie etwa in Gruppen auf Rasenflächen platziert werden können.
Pampasgräser sind aber auch als sogenannte Solitärpflanzen zu gebrauchen, also für den Einzelstand und nur für sich. Die Ausnahme bestätigt natürlich die Regel, wie das nächste Bild uns zeigt:

Standort, Pflanzung, Pflege und Rückschnitt
Das Gewächs ist ziemlich anspruchsvoll. Pampasgras wünscht sonnige und trockene Plätze, doch der Boden muss zudem gut durchlässig und nahrhaft sein. Es ist also zu prüfen, ob der Boden am Standort entsprechende Eigenschaften besitzt.
Ist die Erde sehr tonig und schwer, muss sie mit Sand und torfiger Blumenerde aufgebessert werden. Fließt Regenwasser schlecht ab, wird das Pflanzloch etwas tiefer gestochen und unten mit Kies oder Schotter befüllt.
Bei der Pflanzung ist zu beachten, dass die Pflanzware (man kauf sie mit Topfballen) nicht tiefer in den Boden kommt, als es vorher im Topf gestanden hat. Nach dem Einpflanzen darf aber der Wurzelballen auch nicht eine Zentimeter hoch über das Bodenniveau hinausragen.
Ich rate unbedingt zu Frühjahrspflanzung. Nach der Pflanzung wird im ersten Jahr nicht gedüngt. Während der Hauptwachstumsperiode ist regelmäßiges Gießen wichtig und nach dem Einwurzeln ist später alle zwei Wochen ist zu düngen.
Weiteres Düngen
Die Düngung sollte aber nur bis Ende Juli, Anfang August erfolgen. Längeres oder zu heftiges Düngen macht die Gräserhorste anfällig für Frost. Man verwende handelsüblichen flüssigen Dünger für Blumen, der gut dosiert werden kann. Der Rückschnitt der Belaubung erfolgt im zeitigen Frühling, also in der Regel Anfang März.
Überwintern im Freiland oder Kübel
Zum Überwintern vorbereitetes PampasgrasHier siehst du, wie man das Gras mit einem ordentlichen Strick zusammenbinden kann. Zusätzlich ist mit Reisig an der Basis Winterschutz gegeben.
Im Freiland: Das Überwintern ist etwas schwierig, denn im Winter müssen die Pflanzen trocken stehen, und sie dürfen im Herbst auch nicht zurückgeschnitten werden. Wird das getan, läuft Wasser in das Innere der Halme und schädigt den Stock.


Überwinterung im Kübel: Man kann die Gräserhorste auch ausgraben und im Keller oder in einer geschützten Gartenlaube frostfrei überwintern. Die Laube (Schuppen, Garage) muss aber hell und wirklich einigermaßen frostfrei sein. Dazu werden die Horste ausgegraben, in große Kübel gesetzt und eingestellt.
Übrigens: Bei diesen Gartenarbeiten solltest du unbedingt lange Kleidung, Handschuhe und eine Schutzbrille tragen. Schnitte und Augenverletzungen sind bei der harten Belaubung der Pflanzen schnell möglich.
Witterung bei der Winterfestmachung
Bei den Arbeiten zur Winterfestmachung ist unbedingt zu beachten, dass dabei trockenes Wetter herrscht und die die Pflanzenteile der Horste trocken sind! Zur Überwinterung werden die nicht beschnittenen schmalen Laubblätter nach oben zusammengerafft und zusammengebunden (Bild).
Dann wird am besten trockenes Laub um den Wurzelballen aufgeschüttet. Eine andere oder zusätzliche Möglichkeit ist, zusätzlich im unteren Bereich des zusammengeschnürten Gewächses mit Fichtenreisig zu schützen (siehe Skizze und Foto). So ist alles Winterfest, aber trotzdem bis zu einem gewissen Grade luftig.
Schnitt und Winterhärte
Erst im Frühjahr, wenn die neuen Spitzen treiben, die dann aber auch nicht beschädigt werden dürfen, wird abgestorbenes Pflanzenmaterial entfernt. Die Pflanzen sind also nicht 100 Prozent winterhart.
Kurze Fröste schädigen die Pflanzen nicht sofort, aber in ungünstigen Gegenden können die Pflanzen bei starker Kälteeinwirkung, und besonders wenn kein Schnee liegt, erfrieren.
Schädlich ist aber auch ständige Nässe bei Temperaturen um 0 bis 5°C. Um das zu vermeiden und um winterliche Nässe von den Ziergräsern fernzuhalten, werden diese im November eingepackt.
Die wichtigsten Sorten, Name, Herkunft
Cortaderia selloana 'Pumila': um 1,5 m niedrige und mehr in die Breite wachsende Sorte (sehr zu empfehlen); weiße Blütenrispen, die im Herbst bräunlich werden; wunderschön in Bodenvasen
Cortaderia selloana 'Sunningdale Silver': silberweiße Blüten; bis 3 m hoch - wohl die schönste Sorte
Cortaderia selloana 'Rosea' und 'Rosa Feder': rosa Blüten; über 2 m hoch
Das Pampasgras wird auch als Amerikanische Pampasgras oder Silber-Pampasgras gehandelt (Syn. Gynerium argentum).
Heimisch ist es in den gemäßigten und subtropischen Grassteppen (Pampas) Südamerikas, vor allem in Argentinien, Uruguay, Chile und Südbrasilien. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts gelangte die Art nach Europa [2].
Nicht mit Chinaschilf (Miscanthus) verwechseln
Die Art wird nicht selten mit dem Chinaschilf (Elefantengras) verwechselt. Manche (nicht alle) der Elefantengräser-Sorten haben ähnlich weiße Blütenstände.

Das Chinagras kann ein guter Ersatz für das Pampasgras sein und zwar dort, wo der Standort ungeeignet ist (kühle und nasse Stellen) oder Cortaderia selloana aus anderen evtl. unerforschlichen Gründen nicht fortkommt oder gar eingeht.
Auch die Blütenstände der Chinagräser sind wunderschön, nur haben sie den Nachteil, dass sie sich in der Vase nicht halten. Sie reifen ganz schnell nach, und die Samen fallen aus. Lediglich durch sehr zeitiges Schneiden der Wedel kann man das verhindern, nur sehen sie dann nicht so schön aus, wie hier im Foto.
Allerdings sind fast alle Sorten vom Miscanthus sinensis gewaltiger, als das Pampasgras. Im Vorgarten kann das ein Vorteil sein (Sichtschutz) – Nachteilig ist die nachstehende Eleganz.
Japanisches Pampasgras und das Mondfest
Eine Ergänzung habe ich noch, und zwar betrifft es das sogenannte „Japanische Pampasgras“, von dem man gelegentlich liest und das im Zusammenhang mit dem dortigen Mondfest eine zentrale Rolle spielt.
Um ein Missverständnis vorwegzunehmen: Es handelt sich hierbei keineswegs um das südamerikanische Pampasgras (Cortaderia selloana), sondern um das Japanische Silbergras bzw. Chinaschilf (Miscanthus sinensis) – in Japan Susuki (薄 / すすき) genannt, welches hier im Beitrag zuletzt vorgestellt wurde.

Zum besagten Mondfest sei noch Folgendes erwähnt: Tsukimi (月見, „Mondschau“) bzw. Otsukimi ist das japanische Herbst-Mondfest, verwandt mit dem chinesischen Mondfest. In unserem Sonnenkalender fällt es meist in den September oder Oktober.
Man versammelt sich an einem Ort mit freier Sicht auf den Mond – im Garten, auf der Veranda oder im Tempelhof – und stellt traditionelle Opfergaben auf: runde weiße Reisklöße (Tsukimi-dango), saisonale Früchte und Gemüse sowie Bündel aus Chinaschilf.
Die Bedeutung des Grases ist dabei mehrschichtig:
Reisersatz und Symbol der Fruchtbarkeit: Die Rispen ähneln reifen Reisähren. Deshalb stehen sie stellvertretend für die Ernte und drücken den Wunsch nach einem ertragreichen Ertrag aus.
Schutzzeichen: Das silbrige Gras gilt als Zeichen des Mondgottes, der die Felder beschützt.
Abwehr von Unheil: Den scharfen Blättern des Chinaschilfs wird nachgesagt, dass sie böse Geister und Unheil abwehren.
Fünf oder zehn Halme werden oft als eleganter Schmuck neben den Dango aufgestellt. Manchmal diente das Gras früher auch als Ersatzgabe, wenn der Reis in der Mondnacht noch nicht vollständig geschnitten war.
Auch wenn Wolken den Mond einmal verfinstern sollten, bleibt die Dekoration bestehen und man feiert den Abend dennoch – denn das Susuki steht nicht nur für den Anblick des Mondes, sondern vor allem für Dankbarkeit und die Hoffnung auf ein gutes Jahr.

Literatur und Ergänzungen
[1] Botanische Einordnung von Cortaderia selloana: Ordnung Poales (Süßgrasartige), Familie Poaceae (Süßgräser), Unterfamilie Danthonioideae, Tribus Danthonieae, Gattung Cortaderia.
[2] GRUNERT, Christian; Gartenblumen von A-Z; Radebeul 1972; Seite 214
[3] Heimisch in den gemäßigten und subtropischen Grassteppen (Pampas) Südamerikas, vor allem in Argentinien, Uruguay, Chile und Südbrasilien. Der Gattungsname Cortaderia leitet sich vom spanischen Wort cortar („schneiden“) ab und verweist auf die scharfkantigen Blattränder; das Art-Epitheton selloana ehrt den deutschen Naturforscher und Pflanzensammler Friedrich Sellow (1789–1831), der Südamerika botanisch erschloss.
[4] JACOB, G.; inhortas.de; Tsukimi: Japans herbstliches Mondfest – Ursprung, Bedeutung und was man macht, wenn der Himmel bedeckt ist.; 17.11.2025
[5] Siehe auch: Preiswerte Sichtschutzpflanzung aus Riesenchinaschilf (Jumbograshecke)
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