Deams Sonnenhut – wertvollste Blühstaude und Schnittblume

Rudbeckia fulgida var. deamii  

Für mich gehört der Deams Sonnenhut zu den wichtigsten mehrjährigen Stauden für Sommerrabatten. Ich schätze die Pflanzen, weil sie absolut winterhart und vital sind, nicht übermäßig hoch werden, zuverlässig blühen und dabei eine deutliche Wirkung im Beet entfalten.

Genau das leistet dieser Sonnenhut. Er bildet fortlaufend seine typischen gelben Blüten aus – und das in großer Zahl. Die Blütenstängel eignen sich außerdem hervorragend als Schnittblumen.

Deams Sonnenhut in einer Sommerblumenrabatte
Der Deams-Sonnenhut steht hier gemeinsam mit dem Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) und der Gelben Zierschafgarbe (Achillea) in einer Staudenrabatte im Landhausgarten.

Damit ist die Pflanze eine ausgesprochen zweckmäßige Gartenstaude: Sie schmückt das Beet und liefert zugleich Material für die Vase.
Hinzu kommt ihre einfache Vermehrung. Im Frühjahr und um den 1. Oktober auch noch lassen sich die Stauden durch Teilung vermehren (siehe unten).
Wer zwei oder drei Pflanzen kauft, kann daraus nach dem ersten Jahr bereits einen guten Grundstock für eine ganze Spätsommerrabatte gewinnen.

Durch die leichte Vermerhrung und die Vitalität eigent sich der Sonnenhut auch bestens für den Tausch mit Gartenfreunden.

Botanik und Vermehrung

Rudbeckia fulgida var. deamii ist eine Varietät des Gewöhnlichen Sonnenhutes (Rudbeckia fulgida). Die Art gehört zur Gattung Rudbeckia, diese zum Tribus Heliantheae innerhalb der Unterfamilie Asteroideae und damit zur Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Der Gattungsname Rudbeckia erinnert an den Botaniker Olaus Rudbeckius (1630–1702). Fulgidus bedeutet im Lateinischen so viel wie „schimmernd“ oder „glänzend“.
Und deamii ehrt den US-amerikanischen Botaniker Charles Clemon Deam (1865–1953), welcher die Pflanze 1916 im US-Bundesstaat Indiana sammelte, woraufhin der Botaniker Sidney Fay Blake sie 1919 ihm zu Ehren wissenschaftlich erstbeschrieb.

Im Garten begegnen wir dabei weniger der reinen Art als vielmehr ausgewählten Formen. Neben dem Deams Sonnenhut ist vor allem Rudbeckia fulgida 'Goldsturm' verbreitet. Ältere, heute kaum noch gebräuchliche Bezeichnungen beziehungsweise Auslesen sind Rudbeckia speciosa und Rudbeckia newmanii.

Die Stauden werden etwa 70 bis 80 Zentimeter hoch. Ihre tiefgrünen, behaarten Blätter sind oval und am Rand gesägt. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von etwa 4 bis 6 Zentimetern. Die warmgelben Blütenzungen umgeben eine auffallend dunkle, fast schwarze Mitte.

Rudbeckia fulgida var. deamii
Die ersten Blüten am 25. Juli...
Blüten Rudbeckia fulgida var. deamii
Blüte von Juli bis Oktober.

Vermehrung duch Teilung

Die Pflanzen sind völlig winterhart. Zur Vermehrung hebe ich sie im Frühjahr aus und teile den Wurzelstock vorsichtig mit einem scharfen Spaten oder Messer.

Anschließend werden die Teilstücke wieder eingepflanzt. Dabei ist wichtig, sie nicht tiefer in die Erde zu setzen, als sie zuvor gestanden haben. Das Teilen und Versetzen geschieht im Frühjar oder Nachsommer.

Nach dem Pflanzen werden sie gründlich angegossen. Im ersten Jahr benötigen die neu gesetzten Pflanzen keinen Dünger.

Standort und Pflege

Beim Standort ist der Deams Sonnenhut erfreulich unkompliziert. Er wächst auf jedem normalen Gartenboden, sofern dieser nicht von Natur aus zu trocken ist. Am liebsten steht er in voller Sonne oder im lichten Schatten.

Im Frühjahr kann ich die Pflanzen mit etwas Blumen- oder Gemüsedünger versorgen. Gegossen werden muss nur bei Trockenheit. An heißen Mittagen lässt der Deams Sonnenhut manchmal etwas die Blätter hängen. Das sieht zunächst dramatischer aus, als es ist: Meist erholt er sich bald wieder.

Während längerer Trockenperioden sollten wir allerdings gründlicher wässern. Das fördert nicht nur die Vitalität der Pflanzen, sondern sorgt auch dafür, dass ich reichlich Blüten für die Vase schneiden kann.

Eine gewisse Schwäche zeigt sich dort, wo andere Stauden zu stark in den Bestand hineinwachsen. Zwar kann der Deams Sonnenhut viele Jahre am selben Platz bleiben, doch gegen besonders wuchernde Nachbarn setzt er sich nicht immer durch.
Herbstastern können beispielsweise so kräftig werden, dass ich sie gelegentlich zurückdrängen muss. Andernfalls suche ich für den Sonnenhut lieber einen neuen Platz.

Rudbeckia fulgida var. deamii im Winter
Dezember

Eine Staude für den langen Spätsommer

Was mich an dieser Pflanze besonders überzeugt, ist ihre Ausdauer. Sie blüht jedes Jahr zuverlässig und über einen ungewöhnlich langen Zeitraum. Von den mehrjährigen Garten-Sonnenhüten gehört sie meiner Erfahrung nach zu den am längsten blühenden Arten:

Die Blüte reicht über drei Monate, von Ende Juli bis in die ersten Novembertage.

Dazu kommt ihre Fernwirkung. Selbst wenn die Rabatte etwas weiter hinten im Garten liegt, bleibt der gelbe Blütenflor sichtbar und gibt dem Beet bis weit in den Herbst hinein Struktur.

Auch ihre Höhe –  die Blüten reichen bis zur Hüft – ist für eine Rabatte nahezu ideal.

Die Blütenstängel bleiben standfest und müssen weder gestützt noch angebunden werden. Selbst beim Verblühen verlieren die Blüten nicht sofort ihren dekorativen Wert.

Nach heftigen Regengüssen können sie zwar Flecken bekommen, doch das wächst sich mit der Zeit wieder aus.

Warum ich ihn am liebsten allein für sich pflanze

Natürlich lässt sich der Deams Sonnenhut mit anderen Spätsommerstauden kombinieren, etwa mit winterharten Herbst-Chrysanthemen. Trotzdem neige ich zunehmend dazu, ihm ein eigenes Beet oder zumindest einen deutlich abgegrenzten Bereich zu geben.

Der Grund ist erstaunlich einfach: Die meisten seiner möglichen Begleiter blühen nicht so lange.

Was zunächst nach einer Einschränkung klingt, wird damit zu einem gestalterischen Vorteil. Wenn andere Stauden bereits verblüht sind, hält der Sonnenhut das Beet weiterhin in Farbe. Werden dagegen zu viele Mitbewerber daneben gesetzt, kann deren späterer oder unregelmäßiger Blühverlauf die Wirkung des Sonnenhutes eher schwächen als verbessern.

Ich würde ihm deshalb seinen eigenen Raum lassen. Im Hintergrund kann ich beispielsweise mit etwas Abstand dunkle Formen der Sonnenbraut (Helenium) setzen. Der Sonnenhut bekommt damit keine Konkurrenz, sondern einen Rahmen.

Wann kaufen und pflanzen?

Getopfte Pflanzen sind in Gartenmärkten und im Onlinehandel erhältlich. Kauf und Pflanzung sind von März bis Mitte September möglich.

Eine Staude, die ihren Platz verdient

Je länger ich gärtnere, desto mehr interessieren mich Pflanzen, die nicht nur schön, sondern brauchbar sind. Der Deams Sonnenhut gehört für mich genau in diese Kategorie.

Er ist winterhart, blühfreudig, standfest, als Schnittblume verwendbar und leicht zu vermehren. Er verlangt keine besondere Behandlung und hält trotzdem über Monate eine Rabatte zusammen. Das ist mehr als dekorative Wirkung. Es ist gärtnerische Ökonomie: eine Pflanze, die mit vergleichsweise wenig Aufwand viel zurückgibt.

Und vielleicht liegt gerade darin ihre eigentliche Qualität. Ein guter Garten braucht nicht möglichst viele Pflanzen. Er braucht die richtigen.